Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

In der Frühschicht fange ich um 5.30 Uhr an und beginne damit, das Werkzeug vorzubereiten. Bei der Schichtübergabe erfahre ich, was in der Schicht vorher los war. Also zum Beispiel, ob es Qualitätsprobleme gab oder andere Besonderheiten, auf die ich heute besonders achten sollte. Dann beginnt meine Schicht. Meine Schichten wechseln wöchentlich, das heißt ich arbeite eine Woche früh (von 5.30 bis 13.30 Uhr) und die darauffolgende Woche spät (von 13.30 bis 21.30 Uhr).

Welche Aufgaben machst Du häufig? Welche Aufgaben hast Du bisher kennengelernt?

Rollenwechsel, Rollen einpacken, in SAP buchen, Faserballen öffnen. Außerdem beim Vliesstoff prüfen, ob Gewicht und Dicke passen. Wenn die Grammatur nicht in Ordnung ist, die Einstellung der Mischanlage verändern u.v.m. Beim Partiewechsel überprüfe ich die Absaugung, ob sie frei ist. Generell muss ich immer die Augen offen halten, ob alles funktioniert.

Wo ist Dein Hauptarbeitsplatz?

Derzeit an der Anlage 4. Dort arbeite ich im Moment viel an der Mischanlage. Dort werden die Fasern (unser Ausgangsmaterial) gemischt und für den weiteren Fertigungsprozess vorbereitet.

Welche Bereiche lernst Du sonst noch im Rahmen der Ausbildung kennen?

In meinem Ausbildungsplan stehen Einsätze in der Verpackung, im Labor, in der Schlosserei und in der Produktion an. So lerne ich auch angrenzende Bereiche kennen und kann deren Arbeitsweise und Aufgaben besser nachvollziehen.

Was macht Dir bei der Arbeit am meisten Spaß? Was gefällt Dir am besten?

Ich arbeite sehr gern an den großen Maschinen. Es ist schön, wenn ich Verantwortung übernehmen kann.

Was hättest Du vorher nicht erwartet? Was hat Dich bei der Ausbildung überrascht?

Wenn es Probleme mit der Vliesanlage gibt, kommt es darauf an, dass man schnell das Problem finden und lösen kann. Das ist sehr anspruchsvoll und auch toll, wenn wir den Fehler dann gefunden haben und die Anlage wieder reibungslos läuft.

Zu welcher Berufsschule gehst Du? Wie sieht Dein Alltag in der Berufsschule aus?

Ich gehe auf die Textilfachschule in Münchberg. Weil diese in Bayern liegt, haben wir Blockunterricht. Das heißt, wir sind dann zwei Wochen am Stück dort. Während dieser Blockphasen wohne ich im „AWO Wohnheim“. Hier sind circa 90 bis 95 % der Berufsschüler untergebracht. In der Zeit muss man natürlich sehr selbstständig sein. Um 7.00 Uhr aufstehen, in die Schule fahren usw. Der Unterricht ist extra auf Textilien spezialisiert, was zwar ein großer Vorteil ist, aber teilweise auch ziemlich anspruchsvoll. Nach jedem Schulblock besprechen wir Azubis den Inhalt mit unserem Ausbilder im Unternehmen, um Theorie und Praxis besser miteinander verbinden zu können und um offene Fragen zu klären.

Welche Fächer hast Du in der Berufsschule?

Deutsch, Technisches Zeichnen, Weberei, Vliesstoffe, Garnerzeugung, Produktionsplanung, Sozialkunde, Mathe etc.

Wie wirst Du bei TWE in der Ausbildung betreut?

Wir bekommen Hilfe, wenn es Probleme gibt. Mein erster Ansprechpartner ist eigentlich mein Ausbilder. Aber auch die Meister, Schichtführer und die anderen Kollegen an den Anlagen stehen mir bei Fragen zur Seite und helfen mir. Regelmäßig treffen wir uns mit allen Azubis mit unserer Ausbildungsleiterin. Hier kann man mal loswerden, wenn etwas nicht so gut läuft oder wenn man Wünsche oder Fragen zur Ausbildung hat. Zum Beispiel haben wir beim letzten Treffen besprochen, dass wir dieses Jahr alle zusammen zu einer großen Messe für technische Textilien nach Frankfurt fahren, damit wir sehen, was mit den Produkten passiert, die wir herstellen und wie so eine Messe abläuft.

Welche Tipps hast Du für Bewerber, die sich für diesen Ausbildungsberuf bewerben?

Ich empfehle, vorher ein Praktikum als Produktionsmechaniker zu machen. Dann weiß man, was einen erwartet und hat schon eine Vorstellung von der Arbeit an großen Maschinen.

Hast Du schon Pläne nach der Ausbildung?

Ich würde gerne ein paar Jahre als Geselle bei TWE arbeiten und dann meinen Techniker machen.

Wenn Du Dich mal zurückerinnerst, wie waren Deine ersten Tagen bei TWE?

Alles war natürlich ganz neu für mich. Viele unbekannte Gesichter, neue Aufgaben, eine ungewohnte Umgebung, riesige Produktionsanlagen. Aber im Laufe der Zeit lernt man die Leute und alles Drumherum kennen und fühlt sich immer wohler. Ich musste mich bei den neuen Kollegen erst behaupten. Wenn sie dann einen guten Eindruck bekommen haben, helfen sie, wo sie nur können.