Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Es kommt immer darauf an, ob ich Frühschicht oder Spätschicht habe. Die Frühschicht fängt um 7.00 Uhr an, bei der Spätschicht fange ich erst um 10.00 Uhr an. In der Frühschicht laufe ich als Erstes durch die Produktion und sammle alle Muster ein, die nachts gefertigt wurden. Dann prüfe ich mit den unterschiedlichen Messmitteln, ob die jeweiligen Spezifikationen der Kunden eingehalten wurden. Im Anschluss daran kontrolliere ich fortlaufend die Qualität der Muster, die aus der Produktion ins Labor gebracht werden. Zwischen 12.00 und 14.00 Uhr kann ich mir selber meine Mittagspause einteilen. Entweder fahre ich nach Hause oder ich treffe mich in der Cafeteria mit den Kollegen.

Welche Aufgaben machst Du häufig? Welche Aufgaben hast Du bisher kennengelernt?

Ich arbeite viel mit SAP. Hier laufen alle Prüfberichte und Auswertungen zusammen. Ansonsten prüfe ich die Muster an unterschiedlichen Messgeräten, wie zum Beispiel am Zug- und Dehnungsgerät, am Dickenmesser, der Brennkammer, dem Klimaschrank, führe Wasseraufnahmeprüfungen durch usw.

Welche Bereiche lernst Du sonst noch im Rahmen der Ausbildung kennen?

Ich habe zwei Wochen in der Produktion mitgearbeitet, um einen Einblick zu bekommen, welche Aufgaben hier anfallen, wie die Vliesmaschinen funktionieren und welche Fehlerbilder auftreten können.

Was macht Dir bei der Arbeit am meisten Spaß? Was gefällt Dir am besten?

Allgemein macht mir die Arbeit viel Spaß, weil sie sehr abwechslungsreich ist und ich immer wieder etwas Neues dazu lerne. Zum Beispiel führe ich sehr gerne neue, ungewöhnliche Prüfungen durch, bei denen im Vorfeld völlig offen ist welches Ergebnis herauskommt. Ansonsten gefallen mir besonders das eigenständige und eigenverantwortliche Arbeiten und die netten Kollegen.

Zu welcher Berufsschule gehst Du? Wie sieht Dein Alltag in der Berufsschule aus?

Ich gehe auf die Textilfachschule in Münchberg, in Bayern. Der Unterricht findet insgesamt an 12 Wochen pro Jahr statt, jeweils in zwei- bis dreiwöchigen Blöcken. Hier lernen wir auf der einen Seite theoretische Hintergründe kennen, aber es gehören auch viele praktische Übungen zum Berufsschulalltag. Insgesamt lernt man hier alle Prüfungen kennen, die es im Textilbereich gibt, also auch die, die man noch nicht von der Arbeit im Betrieb kennt. An solchen Beispielen merkt man auch immer wieder, dass es echt ein großer Vorteil ist, dass ich auf diese Berufsschule gehen darf. Hier ist alles auf Textilberufe und Textilien im Allgemeinen ausgerichtet. Während dieser Blockphasen wohne ich im „AWO Wohnheim“. Hier sind circa 90 bis 95 % der Berufsschüler untergebracht. Ich teile mir mit einer Mitschülerin ein Zimmer.

Welche Fächer hast Du in der Berufsschule?

Qualitätssicherung, Textiltechnik, Textilprüfung und Stoffanalyse (Chemie) sind meine Hauptfächer. Fächer wie Deutsch, Englisch, Religion und Sozialkunde gehören zu meinen Nebenfächern.

Wie wirst Du bei TWE in der Ausbildung betreut?

Ich bin der erste Azubi hier bei TWE, der diese Ausbildung macht, daher war es anfangs auch für die Kollegen im Labor noch etwas neu. Aber hier kümmern sich alle sehr gut um mich. Jeder hilft mir weiter, wenn ich eine Frage habe oder erklärt von sich aus etwas. Ansonsten steht mir der Abteilungsleiter der Qualitätssicherung auch immer zur Verfügung, wenn es mal besondere Themen oder Fragen gibt. Auch wenn ich spezielle Wünsche oder Anregungen für meine Ausbildung habe, ist er erster Ansprechpartner und unterstützt mich dabei. Außerdem treffen wir uns in regelmäßigen Abständen mit allen Azubis und unserer Ausbildungsleiterin, um uns auszutauschen und um Wünsche und/oder Fragen loszuwerden, die sonst im Alltag untergehen würden.

Welche Tipps hast Du für Bewerber, die sich für diesen Ausbildungsberuf bewerben?

Ein grundsätzliches Interesse an Chemie ist natürlich wichtig, aber auch eine offene Grundhaltung und Interesse an anderen Menschen und Kulturen sollte man mitbringen, da TWE Kunden auf der ganzen Welt hat, mit denen man sich verständigen muss.

Hast Du schon Pläne nach der Ausbildung?

Wenn es geht, würde ich sehr gerne hier bleiben und weiterhin im Labor arbeiten. Zusätzlich möchte ich mich aber noch weiterbilden, zum Beispiel mit einem Techniker oder einem berufsbegleitenden Studium.

Inwiefern hast Du Dich im Rahmen der Ausbildung persönlich weiterentwickelt?

Ich habe mich in vielerlei Hinsicht auch persönlich weiterentwickelt. Zum Beispiel bin ich viel offener und kommunikationsfreudiger geworden. Aber ich merke auch immer wieder, dass ich deutlich an Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen dazu gewonnen habe. Außerdem bin ich lernfreudiger geworden und das Lernen fällt mir leichter. Das hätte ich anfangs nicht erwartet.

Wenn Du Dich mal zurückerinnerst, wie waren Deine ersten Tagen bei TWE?

Ich habe hier mit einem Nebenjob angefangen, dementsprechend hatte ich keinen „typischen“ Azubistart. Aber schon bei dem Nebenjob habe ich die Erfahrung gemacht, dass alle Mitarbeiter nett und hilfsbereit waren und man schnell ins Team gekommen ist.